Donnerstag, 10. Oktober 2013

"Ich hatte mal ein Muttermal...

... das hatte meine Mutter mal."

Den Spruch kennen wahrscheinlich die meisten von Euch. Meine Schwester hat ihn früher immer zu mir gesagt, wenn ich wissen wollte, wieso sie so viele Muttermale hat oder warum ich an irgendeiner Stelle ein neues habe. Irgendwie haben mich diese Dinger immer fasziniert als Kind. Vielleicht wirklich deshalb, weil meine Schwester immer behauptet hat, die Dinger würden von unserer Mutter auf uns übergehen und dann später auf unsere Kinder. Ich wollte dann immer wissen, wo bei meiner Mutter eins verschwunden ist, wenn wir ein neues hatten. Aber darum soll es hier gar nicht gehen.

Fakt ist, ich hatte mal ein Muttermal - nämlich dieses hier:


Gemeint ist nicht das Muttermal rechts, sondern der rote Fleck links.

Wie Ihr gemerkt habt, die Betonung liegt auf hatte. Dass ich es nicht mehr habe, liegt tatsächlich an meiner Mutter. Aber nicht, weil sie es zurückgefordert hat, sondern weil sie mich so lange genervt hat, bis ich mir einen Termin bei der Hautärztin gemacht habe und sie es gemeinsam mit einem weiteren seiner Art entfernt hat. Kurz und schmerzlos, ich durfte noch Tschüss sagen und dann kam sie mit einer Art Schere (Ich habe lieber nicht so genau hingesehen...^^), schnitt es raus, laserte die Haut wieder zusammen, pappte mir ein kleines Druckverbandpflaster drauf und das war es auch schon. Zwei Tage später gingen auch diese Pflaster und ich getrennte Wege und was blieb waren rote Flecken wie dieser oben im Bild, der mit der Zeit aber verblassen wird.

Warum ich Euch das erzähle?

Weil ich möchte, dass Ihr Euch mal Eure Muttermale genauer betrachtet oder am besten direkt einen Arzt drüberschauen lasst. Tut man es nicht, kann das nämlich sehr böse enden, das habt Ihr bestimmt auch schon gehört.

Aber ich kenne das selbst von mir - man weiß, man sollte zur Vorsorge gehen, aber man tut es trotzdem nicht. Wird schon nichts sein, man merkt das doch. Ich bin auch so eine Pflaume. Meine Zahnarzt sieht mich vielleicht alle fünf Jahre zur Vorsorge. Wird schon nichts sein, ich merk ja, falls was weh tut oder sich ein Zahn verfärbt. Bisher war auch nie was, zum Glück.
Das lässt sich beliebig auf alles andere übertragen bei mir. 
Augenarzt? Ich merke doch, wenn ich schlechter sehe...
Frauenarzt? Es gibt beheizbare Pinzetten, also warum zum Teufel schaffen sie das mit einem Spekulum nicht?! Bevor ich mir einen Kälteschock hole, lasse ich doch lieber jemand anderen da nach dem Rechten sehen. ;-)
usw. ...

Also nicht, dass ich gar nicht gehen würde, aber seeeehr selten und eigentlich nur, wenn sowieso noch irgendein Grund vorliegt zum Arzt zu gehen.

Ich könnte mir vorstellen, dass es einigen hier genauso geht und gerade beim Thema Muttermale ist man sicherlich geneigt zu denken "Was soll da schon passieren?".

Ich sag's Euch - die Dinger sind Biester, da kann schnell was passieren. Leider. Manche hast Du ein Leben lang und sie sind harmlos und manche werden irgendwann böse und andere kommen plötzlich aus dem Nichts und machen direkt Stress. Ich habe alle Typen und habe schon einige Konsorten entfernt bekommen. Zum Glück war es damit immer erledigt, aber ich habe in meinem Umfeld auch schon schlimmere Fälle mitbekommen, leider.
Wenn ich sonst auch ein Vorsorgemuffel bin, aber meine Muttermale lasse ich spätestens alle zwei Jahre kontrollieren, wenn nicht sogar früher, falls mir eins negativ auffällt.

Und nein - wer jetzt denkt "Ok, so eine hellhäutige Blondine, die immer zweimal die Woche unter'm Asitoaster lag, da muss sowas ja passieren, aber mir doch nicht!" - Nein! Ich bin ein dunkler Typ, habe dunkelbraune Haare, dunkle Augen und helle Haut, also von Natur aus schon nicht die klassische Risikogruppe. Ich war nie ein Sonnenanbeter, weil mir das immer zu langweilig war, nur in der Sonne zu schmoren, meine Mutter hat mich als Kind immer eingecremt und in meiner Familie ist genetisch auch kein erhöhtes Risiko, mit dem ich vorbelastet wäre. Ich war in meinem Leben selten unter'm Asitoaster, schon allein deswegen, weil ich ohnehin nicht braun werde oder kaum. Ich bekomme auch fast nie Sonnenbrand. Die Sonnenbrände, die ich in meinem Leben hatte, lassen sich an einer Hand abzählen. Wenn ich braun werde, dann nur ein winziges bisschen und dann geht der Teint mehr in Richtung dieses olivgrünen Brauns, sehr zu meinem Leidwesen, was die Optik angeht, aber hautkrebsrisikotechnisch angeblich ja sogar die gesündere Gruppe.
Und was ist?! Trotz aller dieser guten Voraussetzungen habe ich ca. alle zwei Jahre ein bis zwei Muttermale, die entfernt werden müssen. Manchmal relativ neue, manchmal alte, die sich verändert haben.

Also bitte, falls Ihr auch zu den Vorsorgeflüchtigen gehört - nehmt das ernst und schaut mal Eure Muttermale durch. Wenn welche dabei sind, die fransig sind oder einen komischen dunklen Punkt haben oder ähnliches, lasst es einen Arzt sehen. Das Wegmachen, falls es nötig ist, tut überhaupt nicht weh und nach einigen Monaten seht Ihr kaum noch was davon. Und dann könnt Ihr auch sagen "Ich hatte mal ein Muttermal... das zum Glück rechtzeitig entfernt wurde!".

Kommentare:

  1. Ein sehr wichtiger Beitrag! Ich war auch Jaaaaahre nicht mehr - 10 vielleicht? - und dann hat mir meine Schwester vor einigen Monaten so ins Gewissen geredet, dass ich einen Termin gemacht habe. Habs halt davor auch ewig vor mir hergeschoben. Es sind zwar keine "besonders auffälligen" dabei, aber ein paar sollen der Sicherheit halber raus. Warum ich mich auch so lange vor gedrückt habe war, dass man dann scheinbar 2 Wochen keinen Sport machen darf - aaaaaahh! Geht gar nicht :'( Naja, langfristig gesehen sollten man das wohl auch als Sportfreak auf sich nehmen ... Hautkrebs ist nicht die bessere Alternative.

    Liebe Grüße
    Federchen

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    1. Ui, wie gut, dass Deine Schwester Dich überredet hat!
      Ja, das mit dem Sport ist doof - wobei ich mir gar nicht sicher bin, ich meine aber, ich hätte nur ein paar Tage keinen machen dürfen, von Wassersportarten abgesehen. Liegt aber vielleicht auch daran, wo das Mutermal entfernt wurde...

      Liebe Grüße
      Kate

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